Grandiose Kathedrale aus einem Gemisch von Bau-Kulturen

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Palermo zählt die Kathedrale. Von byzantinisch-arabisch-normannischen Einflüssen geprägt, treffen nach Umbauten unterschiedlichste Baustile aufeinander.

Kathedrale Maria Santissima Assunta, Palermo
Kathedrale Maria Santissima Assunta in Palermo, Sizilien
© Brigitte Loosen

Überwältigend ist die Kathedrale Maria Santissima Assunta in Palermo. Auf dem Corso Vittorio Emanuele in nördlicher Richtung weitet sich die rechte Straßeseite kurz vor dem Palazzo Reale zu einem riesigen Platz aus. Hier befindet sich das grandiose Bauwerk am Rande des alten Stadtviertels Il Capo an der Stelle einer alten Basilika aus dem 6. Jahrhundert. Die Kirche wurde im Jahre 831 während der Eroberung Palermos durch die Sarazenen in eine Moschee umgewandelt. Um 1072 weihten die Normannen das Gebäude wieder als christliche Kirche und erhoben Palermo zum Erzbistum.

Westturm der Kathedrale, Palermo
Westturm der Kathedrale in Palermo, Sizilien
© Brigitte Loosen
Mit Zinnen verzierte Fassade an der Kathedrale, Palermo
Mit Zinnen verzierte Fassade an der Kathedrale in Palermo, Sizilien
© Brigitte Loosen

Durch das verheerende Erdbeben, das im Jahre 1169 Sizilien heimsuchte, erlitt auch die Kathedrale schwerste Schäden. Daraufhin beschloss Erzbischof Gualtiero Offamilio den Umbau der stark beschädigten Basilika und förderte den Bau einer neuen Kathedrale. Im Jahre 1185 erfolgte die Einweihung der Kathedrale im byzantinisch-arabisch-normannischen Baustil. Aufgrund der Bauweise ist die Kathedrale auch bekannt als Normannendom. Die mit schönen Intarsien aus Lavagestein dekorierten Außenfassaden der Kathedrale, lassen eine harmonische Verschmelzung zwischen der arabischen und normannischen Baukunst erkennen.

Portikus an der Südfassade der Kathedrale, Palermo
Portikus an der Südfassade der Kathedrale in Palermo, Sizilien
© Brigitte Loosen

Im Lauf der Jahrhunderte erfuhr die Kathedrale mehrere Umbauten. Ursprünglich von normannischen Einflüssen geprägt, erhielt die Kathedrale zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert jedoch bauliche Erweiterungen unterschiedlicher Stile. Antonio Gambara ergänzte die Südfassade der Kathedrale mit einer Säulenhalle (Portikus) im gotisch-katalanischen Baustil. Besonders auffällig ist die barocke Kuppel, die nach einer Zeichnung von dem florentinischen Architekten Ferdinando Fuga im Jahre 1781 errichtet wurde. Unpassend in dem Gesamtbild der Kathedrale erscheinen mehrere kleine Barockkuppeln über den Seitenschiffen. Die ursprüngliche arabisch-normannische Struktur des Kirchengebäudes, lässt sich am besten noch von der Ostseite erkennen. Hier zeigen sich die Apsiden mit Zinnen versehen, überkreuzenden Blendarkaden und kunstvollen Intarsien geschmückt.

Arabesken und Intarsien schmücken die Fassade an der Kathedrale, Palermo
Arabesken und Intarsien schmücken die Fassade an der Kathedrale in Palermo, Sizilien
© Brigitte Loosen

Nach weiteren Umbauten im 18. Jahrhundert hatte auch der Innenraum der Kathedrale keine Ähnlichkeiten mehr mit dem ursprünglichen Normannenbau. Von besonderem Interesse vieler Besucher sind hier sicherlich die Gräber der Stauferkaiser Friedrich II und seines Vaters Heinrich VI., die sich in einer Seitenkapelle befinden.

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